2019-06-06 Sachsen-Anhalt in Berlin, Strukturwandel für Dumme

Strukturwandel für Dumme, Kritik unzulässig.

Belehrung und beschämende Statements. Nicht etwa Uta von Naumburg sondern Greta ist toll, im BLK sind die Dummen zurückgeblieben und wählen die Falschen, Stimmenkauf in Magdeburg, wissenschaftliche Peinlichkeit.

Betreff: Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier – 6. Juni 2019
der Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigte des Landes Sachsen-Anhalt beim Bund, Dr. Michael Schneider lädt ein am Donnerstag, 6. Juni 2019, 18.00 Uhr – Einlass 17.15 Uhr – in die Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt.

Ich dachte mir, da gehst du mal hin.

Zoz in Sachsen-Anhalt – wieso ?

Nicht zuletzt aufgrund meines Interesses für den Osten, da liegen meine väterlichen Wurzeln und die haben mich geprägt, war ich im März 2018 einem Ruf in den Burgenlandkreis (BLK) gefolgt. Seither hatte ich mich dort für ökonomisch wie ökologisch sinnvolle Nutzung und Ausbau vorhandener Ressourcen vs. dem schlichten Verprassen von gigantischen, nunmehr wohl 10stelligen Strukturfördermitteln, sehr gerne eingesetzt. Am Ende dann möglicherweise doch ohne Erfolg.

Dazu hatte mich jedenfalls der ehemalige Landrat des Burgenlandkreises, Harri Reiche, am 22.03.2018 in Berlin abgeholt und nach Altenburg gefahren. Im Zuge der nicht ganz kurzen Autofahrt wurde schnell klar, dass es sich bei ihm um einen sehr sympathischen 66-jährigen Rentner von höchstem Verstand handelt. Dass Herr Reiche im BLK eine Koryphäe war und ist, mit Historie in SED, dann SPD und zuletzt CDU, das wurde mir erst später klar.

Die Mitteldeutsche Zeitung berichtet z. B. vom Landratskandidaturverzicht von Harri Reiche, nach 13-jähriger Amtszeit und aus gesundheitlichen Gründen, und benennt ihn dabei als „Institution“ (Zitat MZ vom 23.05.2014). Mir scheint das ausgesprochen trefflich.

Auslöser zu alledem war der klassische Ossi Wolf-Henry Dreblow, der mitgeschnitten hatte, als ich am 26.10.2017 in Berlin angeblich für „Tumulte” beim “Forum Freiheit“ gesorgt hatte. Dorthin wiederum hatte mich der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Erich Weede eingeladen, mit dem zusammen ich, im Jahr zuvor in Jena, eine Festrede anlässlich unseres Nationalfeiertages halten durfte. Die Welt ist eben doch sehr klein und dieses unser Deutschland gehört zusammen !

 

 

Wasserstoffregion Burgenlandkreis. 40 annähernd kostenlose H2-Fahrzeuge (geopfert).

Zuletzt hatte ich im Burgenlandkreis am 20. Januar 2019, bei weiterer Besprechung im Landratsamt und am Abend mit dem Landrat, offenbar verhindert, dass dort eine wahrhaft alberne „2Grad-Wirtschaftsregion“ (2Grad-Klimaziel-Unfug) ausgerufen worden wäre. Meine zusammenfassende Frage lautete: „wie lächerlich wollen Sie sich machen ?“ Stattdessen hatte ich eine „BLK Wasserstoffregion“ vorgeschlagen und bereits in der Folgewoche, in Abstimmung mit dem BLK, im Rahmen der Entgegennahme des „Hydrogen & Energy Science Awards 2019“ in Incheon/Korea, so proklamiert. Tatsächlich hatte ich die Gelegenheit auch genutzt, um in Seoul/Korea mit dem Vizepräsidenten eines großen koreanischen Autobauers über eine Zurverfügungstellung von ca. 40 Wasserstoffautos im BLK zu diskutieren. Marktmacht kann man eben auch verkaufen. Der BLK schien begeistert und der Auto-Vizepräsident aus Korea bot seinen Besuch in Naumburg (Kreisstadt BLK) an.

Kurator der ur-demokratischen DES vs. Qualitätsbehörde.

8 Tage später herrschte dann plötzlich Funkstille im Burgenlandkreis. Nach Rückfrage erhielt ich dann am 19.02.2019 eine „zusammengequälte“ E-Mail vom Amtsleiter BLK. Liest man von einer Behörde solche Qualität, weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Ein kurzes wie repräsentatives Zitat: „Der Strukturwandel ging bis jetzt sehr schnell von statten. Wir hatten in diesem Prozess bisher kaum Zeit inne zu halten.“ Der, der diesen und weiteren Humbug zusammengesülzt hat, scheint mir allerdings einer von den Guten zu sein, so dass ich glaube, „hat zusammensülzen müssen“ wäre zutreffender beschrieben. Gehört habe ich dann davon, dass jemand dem Landrat mitgeteilt haben solle, dass ich Kurator der Desiderius-Erasmus-Stiftung sei (trifft vollständig zu und darauf bin ich mächtig stolz). Im Landratsamt soll es wohl auch gut gerumst haben.

Man muss nicht Wahnsinn glauben, um dem Irrsinn zu gehorchen.

Dabei kann ich mir übrigens auch nicht vorstellen, dass Herr Landrat Ulrich an denn Blödsinn um den angeblich menschgemachten Klimawandel, und daran abgeleitet eine Pseudo-Notwendigkeit zum ideologisch erzwungenen Strukturwandel glaubt. Strukturwandel wäre dann ein schönes Wort für hirnverbrannt ideologische Wohlstandsvernichtung – und derartig verstrahlt wird man von Braunkohle gemeinhin nicht.

Dazu gehört substanzieller Ökowahn und pädagogische Psychologie im roten Gewand.

Jedenfalls darf man nicht verkennen, dass der Landrat einer Behörde vorsteht, und somit „auch nur“ Befehlsempfänger ohne jede strategische Befugnis ist. Wie weit der eigene Mut im, und die eigene Angst vor dem System und um den eigenen Status, dann reichen, das ist eine andere Sache.
Mut haben oder nicht, das macht keinen schlechten Menschen sondern u. U. einen schlechten Akteur. Außerdem ist der Landrat ein Ossi, und das schützt ihn naturgemäß weit besser vor rot-grün versifftem Infekt, als das bei Wessis der Fall ist. „Wir Trottel aus dem Westen“ hatten eben nicht quasi bis kürzlich, jene sehr sehr heilsame DDR-Erfahrung. Aber wir geben uns ja größte Mühe, dieses schnellstmöglich nachzuholen.

Bereits deswegen bin ich der Ossis größter Fan und zolle auch hier meinen Respekt.

Wenn einer dieses Land retten kann, dann m. E. nur Ihr !

Wie auch immer, das wäre res. das ist das tägliche Deutsche Trauerspiel fernab einer verstandenen, geschweige denn gelebten Demokratie.

Inkognito als AfD-Überraschungsgast.

Gerüchte hin oder her, ich konnte und kann mir das Ganze nur so erklären, dass jedenfalls jemand mit Einfluss im oder auf den BLK mitbekommen haben dürfte, dass ich seit Jahrzehnten eine ausgesprochen geradlinige, gesunde demokratische Grundeinstellung in mir trage und vor allem auch aktiv vertrete. Und solches passt nicht mehr zur leider undemokratischen Regierungspolitik inklusive (Staats-)Medienagitation. Es geht nicht um die Interessen der Burgenlandkreisler, es geht ausschließlich um die Interessen von wenigen Nutznießern. Zu vermuten sind im wesentlichen polit-ideologische Gründe und am Ende immer wieder: wie mach ich mir die Taschen mit anderer Leute Geld voll. Für die Machtgier der neuen „höher-moralischen“ Politkaste ist bedingungslose Linientreue auch im Osten wieder angesagt.

Obwohl absolut nicht nachtragend, gebe ich gerne zu, dass mich diese Verschaukelung auch persönlich etwas gezwickt hat, so hatte mich der Spaß sogar einen Punkt in Flensburg gekostet. Ergo habe ich die einzig reale Oppositionspartei Deutschlands im Burgenlandkreis angefragt, ob ich vor Ort nicht z. B. bei der Europawahl behilflich sein könnte. Das war aus vielen guten Gründen nicht zu koordinieren, allerdings hat mir Frau Lydia Funke, AfD-Abgeordnete im Magdeburger Landtag, vorgeschlagen, bei eingangs benannter “Podiumsdiskussion” als Überraschungsgast aufzutreten. Was soll ich sagen – eine sehr nette Idee. Und das passierte am 06.06.2019 abends. Ich stand inkognito auf der Ladungsliste und als ich am Einlass meine Ladungsnummer nebst Visitenkarte vorlegte, rief ich dort jedenfalls „eine unübersehbare Irritation und/oder unübersehbares Erstaunen“ hervor. Soll heißen es ging sich prima an.

Auch dem Landrat meißelte sich die Überraschung ins Gesicht, er begrüßte mich professionell und sehr freundlich. Das Entsetzen sollte noch folgen, allerdings auf meiner Seite.

Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier

Moderation und Begrüßung erfolgten durch Steffen Höhne von der Mitteldeutschen Zeitung, einem der ganz wenigen Ossis auf dieser m. E. doch „Ossi-Bühne“. Er vermittelte bereits einen gewissen Vorgeschmack darauf, dass es wohl an diesem Abend nicht unbedingt zu einer Diskussion, sondern m. E. eher zu einer „Zuhörung“ kommen sollte.

Die herbe Enttäuschung begann dann auch bereits mit dem Grußwort von Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (CDU). Möglicherweise gerade weil er Physiker ist, das soll unsere unsägliche Kanzlerin ja angeblich auch sein, hielt er es offenbar für notwendig, seine Ansprache darauf zu konzentrieren, dass Kritik am Strukturwandel, einhergehend an Atom- und Kohleausstieg unzulässig sei. Jetzt sei man so weit und bekomme so viel Geld. Hauptsache ohne Störung herbei und weg damit. So der Tenor. Der Ministerpräsident verließ die Veranstaltung vorzeitig.

 

Exakt ins gleiche Horn blies der aus dem Ruhrpott stammende Oliver Wittke, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. Er war überzeugt, dass alles toll werde, irgendwann wäre die Kohle sowieso alle. Das ganze hatte schon etwas von Beschwörung, dass jetzt bloß keiner aus der Reihe tanze. Da kann man schon mal einem Pfarrer Peter Hintze sehr sehr nachweinen. Der Parlamentarische Staatssekretär musste sich ebenfalls recht zügig verabschieden.

GRÜNE Kölnerin im roten Kleid, Frau Prof. Dr. Minister, unerträglich.

Die Podiumsdiskussion eröffnete die grüne Ministerin im roten Kleid, ihres Zeichens zuständig für Umwelt, Landwirtschaft und Energie im Land Sachsen-Anhalt. Bei Frau Minister Prof. Dr. Claudia Dalbert weist der akademische Hintergrund erwartungsgemäß nicht auf ihren Verantwortungsbereich hin, sondern auf eine Promotion in „Pädagogischer Psychologie“ an der Universität Trier zum Thema: „Hilfen erwachsener Töchter für ihre Mütter“. Ebenfalls erwartungsgemäß ist die 65-jährige Frau Prof. Dalbert ledig und konfessionslos, zudem geboren in Köln und Minister-bepreist in Magdeburg.

„Fridays for Future“, billige Nummer auf Kinderrücken
(siehe weiter unten)

Das erste Statement von Frau Minister Prof. Dalbert (vermutlich kinderlos) war bereits ein unerträgliches Loblied auf „Fridays for Future“. Niemand muckte, nicht auf dem Podium, nicht der Moderator und niemand im Auditorium. Mein Entsetzen wurde ignoriert und es folgte tatsächlich und ausschließlich ein Beitrag nicht der Rede wert. Ganz zum Schluss durfte ich darauf zurückkommen.

Die Schlauen sind weg – die hätten mich ja gewählt. D. h. meine Leute sind ?

Ich bin mir nicht sicher, ob Herr Landrat Götz Ulrich (CDU) aus dem Burgenlandkreis verstanden hat, oder sich bewusst war und ist, was er an diesem Abend von sich gegeben hat. Möglicherweise stand er noch unter dem Trauma der jüngsten Kommunal- und Europawahlergebnisse für seine Partei. Die CDU ist beispielsweise in Zeitz nicht mehr stärkste Fraktion, sondern darf sich diesen Titel mit der AfD teilen. In der gleichtags durchgeführten EU-Wahl hat es nichtmals dafür gereicht – die AfD ist stärkste, demokratisch legitimierte Kraft.

Ja und was macht der Herr Landrat ?!

Herr Ulrich hatte leider nichts besseres zu tun, als „seine“ Wahlniederlage damit zu versuchen zu begründen, dass ja „all die Guten“, er sprach von 25%, abgewandert seinen, und die würden jetzt als (seine) Wähler fehlen. Im Tenor bedeutet das für mich: nur die Dummen sind geblieben und die wählen eben die falsche Partei. Man mochte seinen Ohren nicht trauen.

Hätte es denn diesmal nicht gereicht, zu beteuern, dass man die gute Politik dem schlechten Wähler leider nicht hinreichend habe erklären können ? So macht es doch die Despotin in Berlin ihrer CDU/CSU, die sie fester denn je im Griff hat, vor. Wer letzteres nicht glaubt, der überlege bitte, welche andere Definition geeignet scheint, wenn eine konkurrenzlose Anführerin kontrolliert „teil-abtritt“ und der Partei dabei ihren Ideologiestempel scheinbar vollständig irreversibel, aufzupressen in der Lage war ?! Selbst Herr Seehofer ist heute begeisterter Klima- und Migrantenwandler.

Strukturförderung gegen Wählerstimmen.

Zustimmung und höchstwahrscheinlich auch großes Verständnis bekam Herr Landrat Ulrich ausschließlich vom SPD-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann (SPD), gebürtig in Dinslaken. Also wieder kein Ossi als OssiMinister. Warum nicht !?!

Dieser demonstrierte einen noch größeren Akt aus der Trickkiste eines nicht vollständig überzeugenden Demokraten, und genierte sich im Tenor offenbar nicht, Strukturfördermittel dafür einsetzen zu wollen, um für seine desolate und dem Ende nahen Partei, Wählerstimmen einzukaufen. Er sagte, dass mehr Geld in „diese Regionen“ müsse, damit man dort weniger rechtsradikal (expressis verbis) wähle. Usus ist Stimmeneinkauf bei allen regierenden Parteien. Dass das aber ein Minister so offen sagt, das war mir neu.

 

Die „wissenschaftliche Überzeugungsarbeit“ kam Herrn Prof. Dr. Ralf B. Wehrspohn, gebürtig in Lübeck, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen in Halle (Saale) und Mitglied der sogenannten Kohle-Kommission, zu. Mich konnte er leider ganz und gar nicht überzeugen.

Prof. Wehrspohn ist Vorstand für Technologiemarketing und Geschäftsmodelle
(der Fraunhofer-Gesellschaft, seit Mai 2019)

Seine Position als Vorstand für Geschäftsmodelle regt bei mir bereits höchste Bedenken, geht es doch hier um quasi unendliche hohe Gelder, die augenscheinlich vergleichsweise wettbewerbslos umverteilt werden sollen. Technologiemarketing – dafür ist sofort ein hervorragendes Zeugnis auszustellen. Als Verkaufsveranstaltung war die Vorstellung 1. Klasse. Dass jetzt alle quasi nur noch über Wasserstoff reden, freut mich zwar, aber als Physiker war mir sein Beitrag durchgehend zu unpräzise und das m. E. aus gutem Grund.

So versuchte Prof. Wehrspohn z. B. damit zu überzeugen, dass ein H2-Kavernenspeicher in Sachsen-Anhalt, welchen man als Megaprojekt angehen wolle oder bereits angehe, soviel Energie würde speichern können, wie sämtliche Pumpspeicher in Deutschland zusammengerechnet. Das mag stimmen, aber ist m. E. leider  fehldeutend. Dazu reicht mir wiederum die Feststellung, dass die gesamte Deutsche Wasserkraft, also ohne die Einschränkung „Pumpspeicher“, in der Lage ist, Deutschland für durchschnittlich vielleicht 20 Minuten zu versorgen. Zudem liegt die Befürchtung nahe, dass er opportun auch noch die per Wasserstoff „abgespeicherte Energie“, und nicht etwa die durch Rückumwandlung z. B. in einer Brennstoffzelle verfügbare hälftige Energie quantifiziert haben mag. Solche Wortspiele sind rund um die sogenannten erneuerbaren Energien von der Politik gerne gehört, wie z. B. die installierte Leistung von Windrädern, die wirklich gar nichts mit der verfügbaren, abrufbaren Leistung zu tun hat. Eine frei abrufbare Leistung, so wie Atom- oder Kohlekraftwerke, liefern Windräder überhaupt nicht, egal wie viele wir in Deutschland oder auch Europaweit aufstellen.

Jedes weitere Windrad in Deutschland ist eines zu viel.

Verständlicherweise werden sich solche Zusammenhänge res. solche Diskrepanz einer pädagogischen Psychologin nicht erschließen, einem Physiker aber doch. Ein wirklicher Physiker könnte m. E. in seinem Land auch nicht zulassen, dass auch nur ein einziges weiteres Windrad aufgebaut wird, und ausschließlich a) die Landschaft verschandelt, b) Flora und Fauna schwer beschädigt, c) die Menschen krank macht, d) deren Taschen plündert damit dann e) im Ergebnis lediglich die Strompreise steigen. NULL Beitrag für Grundlast, NULL Beitrag für Umwelt (Klimawahn, Klimakrise und menschgemachter Klimawandel sind ohnehin der pure Hokuspokus) und NULL Beitrag für Wirtschaft. Also NULL für die Menschen ! Und das ist mindestens für die nächsten 15-20 Jahre genau so absehbar, da Energiemassenspeicher wirtschaftlich nicht in Sicht sind ! Soviel zu Herrn Ministerpräsidenten und soviel auch zu der Fragestellerin von der Firma Enerkon, die genau an solchen Geschäftsmodellen sehr gut verdienen und dabei ein Märchen verkaufen.

Windpark – Park oder Industrieanlage mit gigantischem Flächen- und Naturverbrauch ?

Zurück zu Herrn Prof. Wehrspohn: als eher nicht so sehr wissenschaftlich empfand ich auch seine Einlassung zur Optimierung von Windparks. Ein schöner Name für vorgenannt (a)-(e), jedoch ist derartiges kein Park, sondern eine derzeit unwirtschaftliche Industrieanlage mit gigantischem Flächen-, Natur- und Geldverbrauch. Ich fragte, im Nachgang unter 4 Augen, in Sachen Optimierung nach, und wollte natürlich wissen, ob er die doch eher unwahrscheinlichen Thesen seiner Kollegen vom Institut IWES stütze, dass „gestreuter WEA-Zubau in der Fläche“ zur Glättung jener bekanntlich unbrauchbar zickzack-förmigen Leistungskurve führen würde. Die Antwort konnte ich nicht deuten und fragte jedenfalls weiter nach, ob sich seiner Meinung nach, damit dann auch der Wind optimieren ließe. Das hat er jedenfalls klar verneint und wir haben das Thema dann vorsichtshalber nicht weiter vertieft.

M. E. war das schon eine Menge Suggestion. Man sagt als Wissenschaftler möglichst wenig Falsches aber sorgt dafür, dass die Zuhörer möglichst viel Falsches verstehen. Das ist der optimierte Pfad z. B. zur Übermittlung eines polit-ideologisch vorgefertigten Studienresultates.

Bleibt zu hoffen, dass seine gewaltige Institution nicht dem einst seriösen Umweltbundesamt nachfolgen wird:

Bräuchte man jedenfalls weitere Windräder zwecks Optimierung – bitterschön, es stehen wahrlich genügend in der Landschaft herum. Insbesondere solche, die aufgrund auslaufender 20-Jahre-Subventionierung selbstverständlich nicht weiterbetrieben, sondern abgerissen werden, oder einfach stehen bleiben (jedenfalls die Kilotonnen schweren Betonsockel). Mögen solche doch dafür dienen.

Bezüglich Fehlinformationen wurde das angenehme Highlight des Abends von Dr. Christof Günther, Geschäftsführer der InfraLeuna GmbH repräsentiert. Der wurde zwar nicht viel befragt, gab sich aber erfolgreich größte Mühe, nichts Falsches zu sagen. Damit war er insofern der einzige und das respektiere ich sehr – und dafür konnte ich ihm nach der Veranstaltung auch genau so danken.

Da die ganze Veranstaltung einen sehr belehrenden Charakter hatte, gab es wenig Applaus, unplanmäßig m. E. überhaupt nur ein einziges Mal. Passend fand eine Diskussion über irgendetwas überhaupt nicht statt, Gelegenheit für Fragen waren rar, Zeit dafür extrem knapp bemessen. Maximal zu einem Thema, namentlich „soll Bildungsinvestition ausschließlich in Ballungszentren ausgegeben werden ?“, könnte man von einer kurzen Pseudo-Diskussion sprechen. Mehr war nicht. Und so kam es, dass ich um Haaresbreite überhaupt nichts hätte beitragen können, habe mich dann aber ganz zum Schluss, schon beinahe unhöflich, durchgesetzt und das folgende unter höchstem Zeitdruck heruntergerattert:

„Mein Name ist Henning Zoz, ich bin Clean- und Greentech-Unternehmer aus Südwestfalen, war dort Manager des Jahres und habe ganz passend und aktuell den Wasserstoff- und Energie Preis 2019 erhalten – und Mitglied der Akademie der Wissenschaften bin ich auch. Vor allen Dingen bin ich aber Vater von 5 wunderbaren Kindern, und daher muss ich dringlichst auf Sie, Frau Ministerin mit Ihrer fatalen Einleitung zurückkommen. Bei allem Respekt, das darf so nicht stehen bleiben. „Fridays for Future“ ist keineswegs eine gute Sache, sondern eine billige Instrumentalisierung von Kindern für polit-ideologischen Irrsinn. Unterlassen wir so etwas bitte.

Dafür gab es dann sozusagen unplanmäßigen Applaus. Keinen vom Podium und in Gänze nicht stürmisch, sondern verhalten. Die Antwort der Ministerin lautete im Tenor, dass nicht immer alle das gleiche gut finden könnten. – Immerhin ? oder Ohnmacht ?! Die Veranstaltung war damit praktisch beendet. Nachdem ich mit Herrn Prof. Wehrspohn kurz gesprochen hatte, war Herr Landrat Ulrich leider bereits verschwunden, es hieß er sei gleich weiter zum Sommerfest der Parlamentarischen Gesellschaft, quasi auf der anderen Spreeseite. Dort habe ich ihn aber später auch nicht ausmachen können.

Von Stromsparen oder von besonderem Schutz von Flora und Fauna habe ich auch nichts mitbekommen, und war selbst bis 01:30 Uhr morgens dort. Zu diesem Zeitpunkt “rauschte” das Parlamentarierfest noch – Freitagfrüh.

Peter Hintze †, Parlamentarischer Staatssekretär und Koordinator Luft- und Raumfahrt, an dem Tag bei mir, als er mich gebeten hatte, aufzuschreiben, was am EEG alles falsch wäre bzw. war und ist (@2011). Und ich darf behaupten – zwei Menschen die sich sehr zu schätzen lernten.

Dr. Henning Zoz, 09.06.2019

Nachtrag Pressebericht:

„…denn ansonsten sind die Klimaziele in Deutschland nicht erreichbar.“, sagt der Ministerpräsident, sagt ein Physiker. Unfassbar, dass ein Naturwissenschaftler von „Klimazielen“ überhaupt sprechen kann, ohne rot (im Gesicht) zu werden.

„neue Geschäftsfelder aufzumachen“ ist das Ziel, sagt der Landrat. Ideologie- res. Linientreue scheint im Burgenlandkreis möglicherweise aber doch wichtiger.

Sachlich hingegen die Interviewansagen von Prof. Wehrspohn. Wie sage ich immer gerne:

Wir sind keine grünen Idioten, wir brauchen keine grüne Religion, wir haben grüne Technologie !

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